Eigude Pranger XVIII

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Unfassbar…!!!

Als waschechter Frankfurter bin ich auf meine Heimatstadt stolz, aber Zuviel ist Zuviel!!

Ich habe in der Internetzeitung Rollingplanet gelesen, dass es eine neue Unterführung am Bahnhof Rödelheim (einem Stadtteil in Frankfurt) gäbe. Sieht ein bisschen wie ein Amphitheater aus.

Diese UnterfĂĽhrung sei so ein Politikum, dass sich mittlerweile sogar eine BĂĽrgerinitiative gegrĂĽndet habe. Die “WutbĂĽrger” sind von allen Seiten im Anmarsch…

Unter anderem wurde nach fast vollendeter Fertigstellung der Unterführung bei einer Begehung festgestellt, dass die nagelneuen mächtigen Betonrampen auf beiden Seiten der Gleise 10% Steigung hätten.

Rampen im öffentlichen Bereich sind immer nach DIN 18024-1 und DIN 18040-1 mit max. 6% und ohne Quergefälle auszuführen! (Quelle: barrierefrei bauen
mit nullbarriere.de
)

Dies hat zur Folge, dass die Rampen nicht nur für Rollstuhlfahrer sehr steil sind, sondern auch für Benutzer von Rollatoren, Radfahrern und Personen mit Kinderwägen.

Die Stadt Frankfurt hat Kreativität bewiesen und kurzerhand ein Verbotsschild aufgehängt, das allen Rollstuhlfahrern das Befahren der Rampen verbietet.

Man könne ja die Aufzüge benutzen, was durchaus richtig ist, wenn gewährleistet wäre, dass diese immer funktionierten. Ich kenne keinen Rollstuhlfahrer, der nicht mindestens einmal vor einem defekten Aufzug stand.

Das Verbotsschild ist mit Worten kaum zu beschreiben!
Unfassbar…. Wie kann man pauschal allen Rollstuhlfahrern das Befahren der Rampen verbieten.

Dieses Schild hat keinen anderen Grund als sich als Stadt versicherungstechnisch aus der Verantwortung zu stehlen, wenn jemandem etwas passieren sollte.

Der Anfang ist gemacht. Ab jetzt werden Fehlplanungen mit Verbotsschildern kompensiert.

Wir haben uns gestern mit leider nur drei Rollstuhlfahrern am Bahnhof getroffen um uns die Rampen etwas genauer anzusehen und die EinfĂĽhrung dieses neuen “Verbotsschildes” gebĂĽhrend mit einem Gläschen Sekt zu feiern.

Höchst illegal wurden die Rampen auf beiden Seiten befahren. Wir kamen zum Ergebnis, dass ein fitter Rollifahrer, jemand mit einem E-Rolli, einem motorunterstützten Aktivrolli oder mithilfe einer Begleitperson die Rampen überwinden kann.

Das Schild entspricht nicht der STVO und ist so hoch montiert, dass es sowieso kein Rollstuhlfahrer sieht!

Ein Danksagungsschreiben und ein paar Blumen wurden am neuen “Rollstuhlfahrerlieblingsschild” angebracht.


Wir danken nochmals der Stadt Frankfurt fĂĽr die uns Rollstuhlfahrern entgegengebrachte FĂĽrsorgepflicht, die uns mit diesem “Befahren-Verboten-Schild” entgegengebracht wird.

Es grüßen Steffen Löw und Jens Maspfhul

Kontakt: rollinator@eigude.de

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18 Kommentare zu „Eigude Pranger XVIII“

  1. Robin sagt:

    Klasse Aktion.
    Am neu umgebauten Bahnhof DĂĽren gibt es das auch.
    Dort kann man wegen der zu niedrigen Bahnsteige lediglich die S-Bahn nutzen.
    Den Aufzug bis zum Gleis auch, aber dann darf man nicht weiter fahren :-)
    Wenn du ein Foto fĂĽr deine Absurdistansammlung brauchst, sag Bescheid.

  2. tecuilatl sagt:

    Der Plural von Wagen ist Wagen – dies ist auch bei Kinderwagen so!

  3. Rollinator sagt:

    @ Robin,

    ich wĂĽrde mich ĂĽber Fotos und einem kleinen Artikel freuen, setze ihn dann auf den Blog!!!

    rollinator@eigude.de

    @tecuilatl ;-)

  4. Rollinator sagt:

    E-Mail aus Tokio:

    I saw your incredible blog posting.

    City of Frankfurt street construction ” Experts ” are IMBECILES !!!

    Unfortunately for people like you and I on wheelchairs, stupidity is CONTAGIOUS and here in Tokyo we also have similar death ramps. Totally useless and dangerous for even able bodied people. Specially on rainy days…

    These so-called “experts ” should be made to ride wheelchairs up and down those slopes on both sunny and rainy days while wheelchair user would cheer them every time one injured him/herself while using their ” genius ” contraceptions.

    Keep the pressure up.

    Best regards from Tokyo.

    Antonio

  5. Rollinator sagt:

    Aus Spanien:

    Es increible,

    como no se hicieron las cosas bien, mejor prohibir su uso en lugar de arreglarlo.

    Bravo!!

    no lo puedo creer…

    España está copiando a Alemania en casi todo (sobre todo lo malo), espero no ver nada parecido por aquĂ­…

  6. Tisme sagt:

    Wow. So much for the European bill on Human Rights and anti-discrimination laws… Good luck in your battle to get this overturned!

    From Norwich, England

  7. Adam Lotun sagt:

    I am flabbergasted with this sign and move by the officials in Frankfurt. I wish that there was some practical help I could provide to assist you in the fight to get this discriminatory sign remove and the ramps correctly graded for use by all wheelchair users. Adam from Surrey, UK.

  8. Rollinator sagt:

    So aus der Sammlung:

    Die haben doch den knall net gehört! Wie kann denn sowas sein? Die können scheinbar nur soweit denken wie ich ein Klavier schmeißen kann!

    Aber steile Rampen können doch SpaĂź machen…! ;) )

  9. pitt4 sagt:

    Das ist der Hammer,
    das sich der Behindertenbeauftragter der Stadt Frankfurt nicht für so eine Bodenlosigkeit Schämt.

    lg

    peter

  10. Rollinator sagt:

    Ho, ho, ho…

    Lies mal diesen Artikel zum Thema Behindertenbeauftragte ;-)

    http://www.eigude.de/blog/?p=2106

  11. Suse Sonntag sagt:

    Au weia, ist das schlecht! Da sollten sich sowohl die Stadtplaner als auch die Behindertenbeauftragten schämen!

  12. Rollinator sagt:

    Ich habe heute unsere Behindertenbeauftragte wegen meines

    “Lieblingsschildes”

    angeschrieben und nach der Zukunft des Schildes gefragt.

    Dies natürlich unter der selbstverstänlichen Voraussetzung, dass sie bereits in dieser Themtaik tätig ist!

  13. Rollinator sagt:

    Kommentare mit persönlicher Beleidigung, bei der man noch nicht einmal das Rückgrat besitzt seine e-Mail zu hinterlassen, werden auf direktem Wege gelöscht.

  14. Rollinator sagt:

    Danke Jenny, dass Du uns auf dem “Laufenden” hältst!

  15. GĂĽnter sagt:

    Zum Verständnis muss man auf die Planungsgeschichte zurĂĽckblicken: UrsprĂĽnglich waren gar keine Rampen geplant, nur AufzĂĽge. Daraufhin hat sich die BĂĽrgerinitiative “Stufenlos” gegrĂĽndet und sich fĂĽr Rampen eingesetzt. DIN-gerechte Rampen waren aber technisch nicht möglich, da zu wenig Platz vorhanden war. Als Kompromiss hat man sich deshalb auf die 10%-Rampen geeinigt – keine gute Lösung, aber immer noch besser als Stufen, wenn der Aufzug kaputt ist.

  16. Rollinator sagt:

    Eigude GĂĽnter,

    ich gebe Dir Recht, dass wir “Rollifahrer froh sein sollten, dass ĂĽberhaupt Rampen vorhanden sind.
    Ich bin aber der Meinung, dass man an der “Ostseite” eine Kurve mehr hätte einpanen können, um so die Rampe zu entschärfen.
    Du mĂĽsstest mir aber Recht geben, das das 1. Schild untragbar war.

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