Rollifahrer-Erkundungstour Sri Lanka Teil III

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Die Reise konnte also beginnen! Die Prozedur zum Boarden am Frankfurter Flughafen kennen wir ja bereits. F├╝r die Crew von Sri Lankan Airlines war es aber offensichtlich eine neue Situation. Laut unserer Freundin, die uns durch “Bestechung” mit deutscher Schokolade auf dem Hinflug als Flugbegleiterin zur Seite stand, waren f├╝r den Flug 13 Wheelchairs angemeldet.

Anscheinend war ich aber der erste echte WCHC, den sie jemals hatten. WCHC ist der Code f├╝r jemand, der nicht laufen kann und bis zum Flughafensitz transportiert werden muss -

Wheel-CHair Carry, nicht zu verwechseln mit Wheel-Chair High-Checker. ;-)

Meine Frau wollte sich vor dem Einstieg noch vergewissern, ob denn jemand k├Ąme, um meinen einsam vor der Flugzeugt├╝r geparkten Rolli zum Verladen in den Frachtraum zu bringen, und bekam von der Stewardess nur eine verwirrte Bemerkung, dass sie ihn leider nicht mit an Bord nehmen k├Ânnen…
Zum Gl├╝ck war noch Personal des Frankfurter Betreuungsdienstes Fracare da, die am Flughafen einen super Job machen und versprachen nochmal Bescheid zu sagen.

Ich h├Ąnge vor dem Verladen im Frachtraum immer noch ein Schild an meinen Rolli. Eigentlich bekommt man diese am Check In, aber diese Tags sind meistens dann gerade alle…

“Delivery at Aircraft”, dies bedeutet, dass der Rolli am Zielort am Flugzeug bleiben und nicht als normales Gep├Ąck behandelt werden soll.
Zum Download des Schildes hier klicken, oder siehe ├Ąlteren Blog.

Im Flugzeug lie├č ich mich auf mein Sitzkissen vom Rolli setzen, und dank der vorhandenen Fu├čst├╝tzen und der weiteren Polsterung durch etliche Kissen und Decken lie├č sich der ca. 10-st├╝ndige Flug auch einigerma├čen bequem aushalten. Au├čerdem ist es f├╝r den Service an Bord wirklich nicht schlecht, wenn man eine der Flugbegleiterinnen pers├Ânlich kennt ;-)

Wir ahnten aber bereits, dass es beim Aussteigen sagen wir mal interessant werden k├Ânnte.

Wie sonst auch ├╝blich, lie├čen wir erst einmal alle anderen Passagiere aussteigen. Wie schon mehrfach berichtet, gibt es f├╝r den Transport im engen Flugzeuggang einen speziellen Rollstuhl, ├Ąhnlich einer Sackkarre mit Sitz.

Zum Beitrag “Fliegen als Rollifahrer” hier klicken.

So einen gab es auch in Sri Lanka (ist sogar auf dem Flug dabei, falls jemand, der schlecht laufen kann, einmal zur Toilette m├Âchte – f├╝r jemand, der noch nicht mal stehen kann, ist eine Flugzeugtoilette nach wie vor unerreichbar, auch wenn dort ein Rollstuhlsymbol prangt).

Das Modell sah allerdings schon etwas mitgenommen aus, hatte gesch├Ątzte 20 Millionen Flugmeilen auf dem Buckel, und hatte auch keine Sicherheitsgurte. Zun├Ąchst musste ich aber erstmal auf diesen Stuhl kommen. 2 Helfer standen schon parat. Allerdings wusste niemand, wie man die Armlehne zum Gang hochklappt (es gibt da ├╝blicherweise einen speziellen Mechanismus), und die Helfer ├╝berlegten schon, wie sie mich am besten ├╝ber die Lehne heben sollten. Vom Einsteigen aus Frankfurt wusste ich aber, dass es funktionieren musste. Nachdem dann so ziemlich jeder im Flugzeug noch Anwesende an der Lehne herumgedoktort hatte, hat einer sie schlie├člich doch noch hochbekommen.
Eines muss man den Sri Lankern auf jeden Fall lassen – Geduld haben sie, und es wird nicht sofort Hektik verbreitet!

Nachdem ich also etwas wackelig auf dem Transportrolli sa├č, kam die n├Ąchste Herausforderung: Crew und Flughafenpersonal zu verklickern, dass ich statt des bereitgestellten Lieutenant Dan-Rollstuhls doch lieber in meinem eigenen sitzen w├╝rde (ich f├╝rchtete 2 weitere Transfers ├╝ber diesmal wirklich nicht wegklappbare Armlehnen). Also wurden unsere 6 Gep├Ąck-Tags – wir hatten nat├╝rlich keine Ahnung, welcher Tag davon zu meinem Rollstuhl geh├Ârte – an die Lademannschaft gegeben. Ich stand derweil auf meiner Sackkarre sinnlos in der Flugzeugt├╝r und versuchte, nicht aus dem Stuhl zu kippen. Nach einer gef├╝hlten Ewigkeit hatte es die Lademannschaft aber geschafft, und mein Rollstuhl wurde zur Flugzeugt├╝r gebracht.

Wir waren mit unbesch├Ądigten Rolli in Sri Lanka, und der Urlaub konnte beginnen…

Anschlie├čend mussten wir dann aber ewig lange auf unser Gep├Ąck warten. Vermutlich haben sie bei der Aktion ÔÇťFind my WheelchairÔÇť das restliche Gep├Ąck so gro├čr├Ąumig verteilt, dass sie dann jedes Gep├Ąckst├╝ck einzeln zur Gep├Ąckausgabe gebracht haben…

Fortsetzung folgtÔÇŽ

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1 Kommentar zu „Rollifahrer-Erkundungstour Sri Lanka Teil III“

  1. Sammy sagt:

    respekt vor deiner reise, ich als para habe bammel vor so einem langstreckenflug, nicht wegen der toilette oder dem ein-/ausboarden, sondern vor dem langen sitzen ohne sich strecken zu k├Ânnen, und du machst es einfach ;)
    toll zu lesen der bericht, sch├Ânen urlaub noch

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