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Donnerstag, 13. Dezember 2012

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Eigude Pranger XVI

Freitag, 8. Juni 2012

Startseitedes Eigude Blog

Gestern wollte ich mir meiner Frau nach langer Zeit wieder einmal einen Film im Kino ansehen.

Die Sitzplatzreservierung gestaltete sich etwas schwierig, da dies nur online m√∂glich war und man den “Einen” Rollifahrer-Stellplatz zwar anklicken konnte, es passierte aber ansonsten nichts.

Ich versuchte mehrfach im Kino anzurufen und lernte, dass nach ca. 30 maligen klingeln man von der Telefonanlage herausgekegelt wird.

Wir reservierten die zwei Sitzplätze neben dem Rollifahrerplatz (optisch waren die Plätze nebeneinander) und fuhren mit dem Auto zum Kino.

Zu meiner √úberraschung waren am Hinterausgang tats√§chlich alle zwei Behindertenparkpl√§tze frei, wobei auf dem einen zwei Fu√üg√§nger mit reichlich Werkzeug standen, die mir aber sofort Platz zum “Einparken” machten.

Ich drehte mein Auto in einer Einbahnstra√üe und parkte verkehrt herum, da das Aussteigen f√ľr mich trotz Hilfe an der B√ľrgersteigseite kaum m√∂glich ist und mein Rollstuhlverladesystem dort schlecht funktioniert.
Hierf√ľr habe ich ein zus√§tzliches “Ausweisk√§rtchen” gebastelt, damit mir unsere Freunde und Helfer hoffentlich keinen neuen Parkplatz suchen.

In der Zwischenzeit kam auch ein Leih-Kleinbus, stellte sich auf den anderen Behindertenparkplatz, und die zwei Burschen verstauten ihr Werkzeug. Ich sagte nichts, das Einladen konnte ja nicht lange dauern.

An der Kinokasse erkl√§rte man mir, dass man den Rolliplatz auch online buchen k√∂nne, das w√ľrde aber manchmal nicht funktionieren. Na toll…!!
Nun gut, wir mussten nur eine Kinokarte bezahlen und der Rolliplatz war auch noch frei.

Auf halber Höhe im Kino, kein direkter Vordermann, das war doch mal was.
Die Sitznummern waren etwas eigenartig, Sitz 13 und Sitz 91, das w√ľrde aber stimmen.

Da hat sich ein Bauingenieur selbst √ľbertroffen. Hier wurde vermutlich nach neusten Vorgaben der EU zur Inklusion (Gleichstellung von Behinderten und nicht Behinderten) gebaut. Genial, eine eigene

Rollstuhlfahrer Wartezone im Kino.

Lobenswert, das Nottelefon an der Wand und der gro√üz√ľgige Stellplatz direkt neben einem Notausgang.

Man beachte die extra hochgezogene

 Antiknutschmauer,

die auch unerw√ľnschte Gespr√§che w√§hrend des Films mit der Begleitung rigoros unterbindet.

Einem romantischen Kinobesuch stand eigentlich nur eine Wand im Wege.

Der Film war spitze, da gab es sogar ein Rollstuhlfahrer.
Er spielte in einen Land, in dem traditionell gebratene, amputierte, Amphibien-Sprung-Gliedmaßen verspeist werden*.

Als ich wieder am Auto war, ärgerte ich mich ein bisschen, dass der Kleinbus immer noch auf dem zweiten Behindertenparkplatz stand.

Ich weiß, dass die Brandschutzvorschriften in einem Kino heftig sind, aber

DIE MAUER MUSS WEG!!!

Es ist mir immer noch ein wenig unklar, auf was ich in der Wartezone eigentlich warten sollte, da kam noch nicht einmal jemand mit Eiskonfekt.

*Frankreich, (Froschschenkel) ;-)

Nachtrag:

Habe heute am 11.06.12 den Kinobetreiber angeschrieben, siehe Kommentar!

Hier geht’s,…√§√§h..f√§hrt man zur