Archiv für September 2013

Rehacare 2013

Sonntag, 29. September 2013

Bin von der “Rehacare2013″

(Rehamesse) in DĂŒsseldorf wieder zurĂŒck, es gibt viel zu berichten, neue Artikel in Arbeit ;-)

2. Probefahrt nach 1 Jahr

“Die Genny”, der Rollisegway

(siehe Testbericht Rehacare 2012).

Neues vom Spocht VII

Donnerstag, 26. September 2013

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Als bekennender Eintracht Frankfurt-Fußballfan, schwebe ich momentan auf Wolke 7. Es ist wirklich kaum zu glauben, was dieses Jahr abgeht.

Bei 1. Training dieser Saison gesellte sich Pirmin Schwegler & Stefan Eigner zu mir, und ich habe mich beim TV-Interview von Schwegler bei RTL auch noch ungefragt mit meinem Handbike als Kulisse zur VerfĂŒgung gestellt. Zum RTL-Video: hier klicken

Die Eintracht schaffte mit dem 6.Platz letztes Jahr die Qualifikation fĂŒr die Europapokal-Hauptrunde gegen Qarabag und ich hatte sogar eine Karte ergattert und war im Stadion.

Ich bin schon lange der Meinung, Rollifahrerkarten fĂŒr Fußballspiele mĂŒsste man auf Rezept von der Krankenkassen bekommen (siehe Ă€lteren Blog).

Eintracht vs. Qarabag
2:1

Unglaublich…schaut euch die Choreo vor dem Spiel an, die die Fanclubs selbst organisieren.

Auf der IAA in Frankfurt war ich rein zufÀllig an dem Tag, als es eine Autogrammstunde der Spieler gab.

Ich stellte mich vor Beginn ganz brav hinten an der Schlange an, als ein netter Sicherheitsmann kam und mich eine Rampe hoch zur Poolposition schob.

Mit einem Sicherheitsfuzzy hatte ich letztes Jahr auf der Buchmesse so meine Erfahrungen gemacht, daraufhin schrieb ich sogar unseren BundesprĂ€sident an, kein Scherz… (siehe Ă€lteren Beitrag).

Ich eröffnete die Autogrammstunde am Lancia-Stand mit einem Handschlag mit Johannes Flum!

Unsern klaane Japaner Takashi Inui begrĂŒĂŸe mich mit einem “Konnichi wa!” persönlich!

Der Fußballgott organsierte mir eine Karte fĂŒr das Spiel des “Jahres” gegen Bordaux.

Eintracht vs. Bordeaux
3:0

 

Gestern Abend war der Gegner im Pokal, der vom mir so geliebte “Blaue Verein” aus dem Ruhrpott und ich meine nicht Schalke, sondern die da mit dem “B” als Anfangsbuchstabe ;-)

Mit einem knackigen 2:0 fĂŒr die Eintracht, durften die Blauen wieder die RĂŒckreise antreten.

Ich mĂŒsste mir so langsam eine barrierefreie Unterkunft fĂŒr die Pokalfinalspiele in Berlin und Turin buchen ;-)

Eigude Pranger XXVI

Sonntag, 15. September 2013

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Wir haben bereits bei Mary Poppins gelernt, dass Schornsteinfeger GlĂŒck bringen.

Ich hatte mich bisher seit Kindesalter immer gefreut, wenn ich einen dieser schwarzen MĂ€nnern und manchmal auch eine heiße Fegerin sah.  ;-)

Momentan sind die zwei schwarzen Kollegen die am Freitag auch meinen Schornstein gereinigt haben bei mir in Ungnade gefallen und sind jetzt erst einmal auf meiner schwarzen Liste gelandet.

Ich kam bestens gelaunt mit meinem Auto vom MĂ€nnerschopping aus dem Baumarkt, einer Neuentdeckung…ein Baumarkt den ich noch nicht kannte nach Hause, da standen die Kaminputzer mit einem ihrer zwei schwarzen Dienstfahrzeuge doch meinem Behindertenparkplatz.

Das auch noch ohne meinem B-Parkausweis…

Weit und breit niemand zu sehen, unter der Windschutzscheibe ihr DienstfahrthĂ€nger…na und…

Schornsteinfeger-Behindertenparkplatzblockier-Dienstfahrzeug

Der Zettel mit der Handynummer der an der EingangstĂŒr hing war auch weg.

Ich war ein wenig erregt und meine vornehme BlÀsse war wahrscheinlich in ein dezentes Rot gewandelt.

Da ich nicht bis zu deren Feierabend im Auto sitzen wollte, zĂŒckte ich mein Handy und wollte die netten Kaminfeger bei unseren Stadtscheriffs denunzieren, als sie gerade antrabten.

Wer da wohl GlĂŒck hatte???

Obwohl ich mir fest vornahm, meine Stimme nicht zu erheben, gelang es mir nicht vollends und ich machte sie noch freundlich auf die kommende Anzeige aufmerksam.
Der vermeintlich reuige Behindertenparkplatzblockierer fuhr anstandslos seinen schwarzen Japaner weg.

WĂ€hrend ich vom Auto in den Rolli “sprang”, hatten meine zwei schwarzen Jungs fĂŒnf Meter vor mir noch ein lungenintensives FachgesprĂ€ch gefĂŒhrt.

Als ich aus dem Auto draußen war, sprach ich die zwei noch mal ruhig an.

Mittlerweile war meine BlĂ€sse wieder zurĂŒckgekehrt und ich erklĂ€rte ihnen an Beispielen wie ĂŒbelst unfair das ist, wenn man sich als FußgĂ€nger als Behindertenparkpatzblockierer betĂ€tigt, siehe Ă€ltere BeitrĂ€ge.

Ich war ĂŒber ihre Einsicht ĂŒberrascht, so dass ich von der Anzeige absah.

Bis ich deutschlandweit alle Behindertenparkplatzblockierer belehrt habe, könnte das noch ein paar Jahre dauern.
Ich sollte wie Mario Barth, Großkundgebungsseminare in Fußballstadien halten.

Helft mir, macht mit als BehindertenparkplatzaufklÀrer ;-)

PontonbrĂŒcke ĂŒber den Main

Dienstag, 10. September 2013

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Am Wochenende hatten wir in Frankfurt eine große Übung mit insgesamt 1500 freiwilligen Helfern des

THW*, dem Technischen Hilfswerk

Es war ein Informationstag, und es sollte das erste Mal seit Kriegsende 1945 eine 140 m lange PontonbrĂŒcke quer ĂŒber den Main gebaut werden.
Diese sollte dann spĂ€ter fĂŒr jeden begehbar sein.

Das musste ich mir natĂŒrlich anschauen und wollte auch eine Probefahrt mit meinem Rolli ĂŒber den Fluss machen. Eine einmalige Angelegenheit.

Die ganze Sache war mir noch nicht ganz geheuer, da mein Rolli derzeit nur zeitlich begrenzt schwimmtauglich ist, von mir reden wir besser nicht…

Ich hatte die PontonbrĂŒcke mit dem Rolli noch nicht von nahen gesehen, als man mir mehr zufĂ€llig, den Frankfurter Einsatzleiter des THW vorstellte.

Den obersten Chef vor Ort fragte ich gleich einmal, ob denn schon ein Rollstuhlfahrer ĂŒber die BrĂŒcke gefahren sein. Er hĂ€tte noch keinen gesehen, versicherte mir aber, dass ich mir keine Sorgen machen mĂŒsste und dies problemlos funktionieren wĂŒrde. Na ja… warten wir mal ab.

Ich ĂŒberquerte aber zuerst einmal den Main ĂŒber den

Eisernen Steg,

eine alte EisenbrĂŒcke und Wahrzeichen der Stadt. Dort gibt es auf beiden Seiten einen Aufzug, die PontonbrĂŒcke wurde nĂ€mlich fĂŒr 3 h wieder abgebaut, um den Schiffsverkehr durchzulassen. 5 Minuten zu spĂ€t. Mist…

Glaubt es mir, oder nicht, in dem Moment als ich oben von der BrĂŒcke in den Aufzug fuhr um herunterzufahren, ging der Aufzug nicht mehr. War wahrscheinlich seine Rache, ich hatte einmal ĂŒber diesen Aufzug negativ berichtet, siehe Ă€lteren Blog. Es war schon das 2. mal, dass ich die Treppe nehmen durfte…!!!

Bei 1500 Helfern des THW vor Ort, waren sehr schnell Freiwillige gefunden die mich die Treppe der BrĂŒcke im Rolli herunter trugen. Es war eine kleine ungeplante RettungsĂŒbung, nochmals danke von dieser Seite.

Der Aufbau und die PrĂ€zision mit der die einzelnen Pontonboote beim Wiederaufbau der BrĂŒcke zusammenpassen, ist beeindruckend.
Die einzelnen Pontonboote und Besatzungen sowie die Helfer kamen aus drei BundeslÀndern.

Als die PontonbrĂŒcke spĂ€ter wieder aufgebaut war, war es ein Erlebnis, dort einmal darĂŒber zu fahren. FĂŒr die mutigen BrĂŒckenĂŒberquerer gab’s einen gelben THW-Ehrenhut ;-)

Ich brauchte zwar auf beiden Seiten der BrĂŒcke von den blauen Jungs Hilfe, denn dort war jeweils eine ca. 30 cm hohe Stufe um aufs Erste, bzw. vom letzten Boot zu kommen, und eine ca 5 Meter lange und 15% steile Rampe, dies stelle aber keine grĂ¶ĂŸere Herausforderung dar.

Ich muss aber zugeben dass es mir schon etwas wohler war, als ich wieder das “Rettende Ufer” in Sachsenhausen erreicht hatte.

*THW= (Tausend Hilflose Wichtel)

Stochastische-Resonanz-Therapie

Freitag, 6. September 2013

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Seit einem Jahr fahre ich zweimal in der Woche zur Frankfurter Uni und ich meine diesmal nicht das UniversitĂ€tsklinikum, an das man bei meinem Alter denken könnte…

Es macht schon was her, wenn ich sitzend im Rollstuhl verkĂŒnde, ich hĂ€tte keine Zeit, ich mĂŒsse zur Sportuni ;-)


 nein ich trainiere nicht explizit fĂŒr die nĂ€chsten Paralympics…

Ich bin dort in einer Projektgruppe zur

Stochastischen-Resonanz-Therapie (STR-Therapie)

Diese von dem Institut fĂŒr Sportwissenschaften Frankfurt/Main mitentwickelten Therapie ĂŒbertrĂ€gt niederfrequente (6-12Hz), randomisierte Vibrationen mittels zwei voneinander unabhĂ€ngiger Platten.*

Der Effekt ist sehr komplex.
In einfachsten Worten, die FĂŒĂŸe werden auf 2 Aluplatten festgespannt oder man stellt sich als FußgĂ€nger darauf.

Diese bewegen/klappern dann so heftig und simulieren dem Körper das Laufen. Die Nerven werden stimuliert und dem Gehirn das Laufen sugerriert.

Die Erfolge sind besonders bei Gehbehinderten Personen beachtlich.

NÀhere Informationen zur Stochastischen-Resonanztherapie Therapie und Erfahrungsberichte und GerÀte: hier klicken und hier klicken

Außer den STR-GerĂ€ten, gibt es dort auch normale FitnessgerĂ€te. Es steht uns immer ein Sporttherapeut zur Seite.

Das Trainieren mit andern Gehandicapten macht Spaß und es gibt natĂŒrlich auch einen intensiven Erfahrungsaustausch.
Ich hĂ€tte nicht gedacht, dass ich jemals einmal freiwillig eine Muckibude besuchen wĂŒrde. Im Projekt sind noch PlĂ€tze frei.

Auf dem Video ist Jens Maspfuhl, amtierende 6 fache deutsche Meister im Rollstuhlgolf zu sehen. Er ist erster Vorsitzender der

DUK-Deutsche Unfall und Katastrophenhilfe e.V.

Dieser Verein ist Schirmherr des Projektes, der dieses durch Spenden und Fördermitgliedschaften finanziert.

Der Verein unterstĂŒtzt auch mit großen Erfolg eine Berufsschule fĂŒr behinderte Menschen der “Father Ray Foundation” in Thailand, davon sind viele auch Rollstuhlfahrer.

Durch die Flutkatastrophe ist der Preis fĂŒr Reis sehr gestiegen und daher braucht die Foundation UnterstĂŒtzung, um ĂŒber 800 Personen tĂ€glich zu versorgen.

Desweiteren wird der mittellosen hoch querschnittsgelÀhmten thailÀndischen jungen Frau Nuch intensiv geholfen.

Es gĂ€be noch ein paar wenige Spendenquittungen und Fördermitgliedschaften. Spendet schnell, bevor sie alle weg sind… :-)

Jede Spende kommt bei den Projekten an, ich bin selbst Fördermitglied und habe bereits mehrfach gespendet!!!

Irgendwann bin auch ich mit Jens auf einem der ĂŒberblendeten Bilder der DUK-Seite zu sehen, 16 Bilder nach Finanzminister SchĂ€uble ;-)

* Quelle C.Ebert

Bei Fragen, wie immer: rollinator@eigude.de

Politik Part I

Mittwoch, 4. September 2013

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Mein letzter Blog ist ja bereits ein paar Tage her, aber ich ertrinke momentan ein wenig in Verwaltung und hÀnge ein wenig mit meinen Artikeln.

Mein Wochenziel besteht darin, die schwarze Farbe meiner Schreibtischplatte wieder sichtbar zu machen, aber da habe ich noch meine Zweifel. Jeden Tag mehr Papier… nun gut.

Ich bekomme immer wieder von den unterschiedlichen Personen gesagt, ich solle mit meinem Wissen im Behindertenbereich, Rolli & Co. in die Politik gehen…Ă€hh… fahren…

Gestern bin ich zum Römer,

unserem Frankfurter Rathaus gefahren.

Ein Behindertenparkplatz war direkt vor dem Seiteneingang frei.

Dort habe ich eine öffentliche Sitzung des Baudezernats besucht.

Vielleicht hat Gestern meine zukĂŒnftige politische Karriere begonnen…wer weiß…

Ein Antrag bestand darin, EntscheidungstrĂ€ger im Bereich “Barrierefreies Bauen” mit Betroffenen aufzustocken, um Planungsfehler zu vermeiden. Diesen Vorschlag fand ich nicht uninteressant.

Die endgĂŒltige Entscheidung wurde vertagt bis Dezember, aber eine solche Sitzung einmal zu besuchen kann ich jedem empfehlen, um einmal hautnah mitzuerleben wie Stadtpolitik gemacht wird. Auch ich kann zuhören…

Auf der einen Seite wird zum Thema “Barrierefreies Bauen” ĂŒber nicht abgesenkte Bordsteine einer neu gestalteten Straßenbahnhaltestelle diskutiert, und hinterher, dass der Terminal 3 am Frankfurter Flughafen keinen S-Bahn Anschluss bekommt.

Dies hat mir gezeigt, dass die “Barrierefreiheit der Stadt” der Stadt sehr wichtig ist.

In wieweit ich mich in der nĂ€chsten Sitzung zu Wort melde, muss ich mir noch genau ĂŒberlegen, man sollte sehr gut vorbereitet sein.

Bisher habe ich immer versucht, MÀngel, welcher Art auch immer die mir aufgefallen sind, persönlich mit einem Verantwortlichen zu klÀren.

Mit dem Internet hat man in kĂŒrzester Zeit den richtigen Ansprechpartner/ e-Mailadresse gefunden und eine Mail mit Foto ist schnell geschrieben.

Mit dieser Methode hatte ich nicht immer, aber hĂ€ufig Erfolg und ich konnte so auf dem “Kleinen Dienstweg” VerĂ€nderungen erreichen.

Hier ein paar Beispiele, zum Lesen der Artikel, auf den Text klicken:

Verbesserung der Beschilderung der B-ParkplÀtze auf dem Supermarktparkplatz

2 BehindertenparkplÀtze mehr in Frankfurt

Neue Rampe am Eisenen Steg

Wahllokal-Rampe – setzen 6… naja, der Wille war da…

Offizielle Arbeitsanweisung zur SperrgepÀckausgabe am Flughafen Frankfurt

Ich habe einmal sogar unseren BudesprĂ€sidenten Gauck angeschrieben. Der Grund dafĂŒr und die Korrespondenz: Hier klicken!

Als ich spĂ€ter nach der Sitzung im Römer ins Auto einsteigen wollte, half mir ein supernetter Straßenbahnfahrer. Dessen Straßenbahn habe ich mit meiner offenen AutotĂŒr vollends ausbremste.

Auch dort ist noch ein wenig Handlungsbedarf. ;-)