Archiv für Juni 2012

Hilfsmittel Tipps und Tricks LI

Mittwoch, 27. Juni 2012

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Man kann mir, wie auf meiner Frontseite angeboten, alle möglichen Fragen im Bereich Hilfsmittel, Querschnitt und & Co unter rollinator@eigude.de stellen.

Diese versuche ich immer unabhängig und kostenfrei zu beantworten.
Je nach Behinderung werden die vermeintlich einfachsten Tätigkeiten zu kleinen und großen Herausforderungen.

Es gibt keine Probleme, es gibt nur Herausforderungen, und eine große Herausforderung ist ein Projekt.

Letztens erhielt ich eine äußert interessante Anfrage, Originaltext:

Da ich rechtsseitig gel√§hmt bin, wei√üt Du vielleicht, wie ich aufm Herd den Inhalt eines Topfes umr√ľhren kann und der Topf sich nicht mitdreht

Vielleicht kannst Du mir ENDLICH ¬īne Antwort auf diese Frage geben!

F√ľr eine eventuelle L√∂sung diskutierte ich mit hochqualifizierten Kollegen.
Nach mehreren Wochen intensiver Forschungen, kamen wir zu zwei Lösungen.

Variante 1:
Man kauft z.B. f√ľr die Bolognese-Sauce keine 500g Hackfleisch, sondern mindestens gleich 2 Kg, so dass sich dann beim gleichzeitigen anbraten der 2 Kg Fleisch, durch die Erdanziehungskraft (Gravitation) und dem Gesetz der Massetr√§gheit nach Newton, beim nicht√ľbertriebenen Umr√ľhren, der Topf sich auf dem Herd¬†nicht mitdreht.

Variante 2:

Silikontopflappen

Derzeit kann man diese wieder einmal bei bei dem gro√üen Kaffeer√∂ster (zwei St√ľck f√ľr 4,95‚ā¨) erwerben.

Man kann sie nicht nur als Topflappen benutzen.

Laut Herstellerangabe darf man die Topflappen auch als Topfuntersetzer benutzen.
Sie seien bis zu 230 Grad Celsius temperaturfest.

Darauf bezieht sich die von uns eigens entwickelte

Glaskeramik-Kochfeldherd-Einarm-Topfumr√ľhrmethodik

Man legt beim Kochen zuvor einen der Silikontopflappen neben das Ceranfeld.

Wenn man das Bed√ľrfnis versp√ľrt, das hoffentlich sp√§ter wohlschmeckende Essen vor den R√∂staromen zu sch√ľtzen und den Topfinhalt Umr√ľhren zu wollen, zieht man lediglich den Topf am Griff mit dem einem Arm zur H√§lfte, oder etwas mehr auf den Silikontopflappen.

Wenn der Topf komplett auf den Lappen gezogen wird, gibt es Schwierigkeiten beim zur√ľckziehen auf den Herd.
Jetzt kann mit Herzenslust mit einem Arm r√ľhren, r√ľhren, r√ľhren,… ohne dass sich der Topf mitdreht.

Danach hebt man den Topf wieder ggf. zur√ľck auf den Herd.

Klingt einfach, ist es auch ;-)

Am besten zuvor mit ausgeschalteten Herd einmal ausprobieren.

Diese Silikontopflappen eignen sich auch hervorragend allgemein als Antirutschmatte und angeblich auch als “Gurkenglas√∂ffner”.
Bestes Hilfsmittel meiner Meinung nach, zum √Ėffnen f√ľr Gl√§ser und Flaschen, siehe √§lteren Beitrag.

Sicherheitshinweis:
Von insbesondere gusseisernen und anderen Pfannen und T√∂pfen mit hei√üen Fett oder √Ėl, bzw. Schnellkocht√∂pfen rate ich mit Nachdruck ab, diese auf die Silikontopflappen zu stellen, da sie die Maximaltemperatur von 230¬į Celsius √ľbersteigen.
Die Topflappen niemals auf den Herd legen!!!
¬†Verwendung des Tipps auf eigene Gefahr, ich √ľbernehme¬†keinerlei Haftung.

Eigude Pranger XVII

Freitag, 22. Juni 2012

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Rollstuhlrampenblockierer

Ich habe derzeit einige angefangene Artikel.

Die m√ľssen aber mit der Ver√∂ffentlichung warten, denn das was mir gestern passiert ist, muss raus…

Als ich 2005 noch als Fu√üg√§nger mit meiner Frau und einer freundlichen Bank eine Eigentumswohnung, in der ich heute noch wohne erwarb, war da mit einem kleinen Aufpreis auch ein Parkplatz gegen√ľber der Eingangst√ľr mit dabei.

Hammer… Ein eigener Parkplatz in Frankfurt!!!

Der Parkplatz ist f√ľr mich zum Einsteigen vom Rolli ins Auto leider zu schmal, daher habe ich auf der Stra√üe einen Behindertenparkplatz beantragt und eingerichtet bekommen (siehe √§ltere Beitr√§ge).

Ich bekomme recht viel Besuch von Physiotherapie, Freunden und andern Personen, die mir bei den unterschiedlichsten Sachen helfen.

Die kommen bestimmt nur so oft zu mir, damit sie meinen Parkplatz benutzen k√∂nnen… ;-)

Mit all meinen Nachbarn habe ich ein gutes Verhältnis.

Einer von ihnen besitzt mehrere Taxis, die dann beim Fahrerwechsel bei uns im Hof oder Straße manchmal etwas unkonventionell abgestellt werden, besonders wenn er neue Fahrer hat.

Letzte Woche stand auf meinem markierten Parkplatz (siehe Bild Lifter) mindestens drei Mal so ein beiges Gefährt, und das auch noch als ich am Sonntagmorgen Besuch bekam, wenn man sowieso nicht weiß wohin mit seiner Karre!!!

Am selben Tag habe ich meinen Nachbarn als ich ihn traf unmissverständlich darauf hingewiesen, dass er seinen Fahrern sagen soll, dass ich nie mehr eines von seinen Taxis auf meinem Parkplatz sehen will.

Gestern am Freitag bin ich mit meinem

Plattform-Treppenlifter

von meiner Wohnung im 1. Stock heruntergefahren und wollte √ľber meine Blumenrampe (siehe √§ltere Beitr√§ge)¬†das Haus verlassen.

Mein niedriger Blutdruck war schlagartig geheilt.

Ich neige nicht zum Hyperventilieren, gestern war es aber fast soweit.

Nach ca. 2 Minuten und dem Foto, war ich wieder etwas ruhiger und ich klingelte bei meinem Rollstuhlrampenblockierer:

FAHREN SIE SOFORT DAS TAXI WEG!!!

 

Ich sollte noch erwähnen, dass auf meinem Parkplatz kein Auto stand.

Fußball EM Part I

Donnerstag, 14. Juni 2012

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2. Sieg nach dem 1:0 gegen Portugal.

Mein Auto ist nat√ľrlich mit den S√∂ckchen geflaggt (siehe √§lteren Beitrag).

Deutschland : Holland

2 : 1

Prost, Ecks und Hop

Deutschland, Deutschland…

Klickt bei “Tags” doch mal auf Fu√üball um ne Menge Geschichten, rund um die sch√∂nste Nebensache der Welt zu¬†lesen.

 

Eigude Pranger XVI

Freitag, 8. Juni 2012

Startseitedes Eigude Blog

Gestern wollte ich mir meiner Frau nach langer Zeit wieder einmal einen Film im Kino ansehen.

Die Sitzplatzreservierung gestaltete sich etwas schwierig, da dies nur online m√∂glich war und man den “Einen” Rollifahrer-Stellplatz zwar anklicken konnte, es passierte aber ansonsten nichts.

Ich versuchte mehrfach im Kino anzurufen und lernte, dass nach ca. 30 maligen klingeln man von der Telefonanlage herausgekegelt wird.

Wir reservierten die zwei Sitzplätze neben dem Rollifahrerplatz (optisch waren die Plätze nebeneinander) und fuhren mit dem Auto zum Kino.

Zu meiner √úberraschung waren am Hinterausgang tats√§chlich alle zwei Behindertenparkpl√§tze frei, wobei auf dem einen zwei Fu√üg√§nger mit reichlich Werkzeug standen, die mir aber sofort Platz zum “Einparken” machten.

Ich drehte mein Auto in einer Einbahnstra√üe und parkte verkehrt herum, da das Aussteigen f√ľr mich trotz Hilfe an der B√ľrgersteigseite kaum m√∂glich ist und mein Rollstuhlverladesystem dort schlecht funktioniert.
Hierf√ľr habe ich ein zus√§tzliches “Ausweisk√§rtchen” gebastelt, damit mir unsere Freunde und Helfer hoffentlich keinen neuen Parkplatz suchen.

In der Zwischenzeit kam auch ein Leih-Kleinbus, stellte sich auf den anderen Behindertenparkplatz, und die zwei Burschen verstauten ihr Werkzeug. Ich sagte nichts, das Einladen konnte ja nicht lange dauern.

An der Kinokasse erkl√§rte man mir, dass man den Rolliplatz auch online buchen k√∂nne, das w√ľrde aber manchmal nicht funktionieren. Na toll…!!
Nun gut, wir mussten nur eine Kinokarte bezahlen und der Rolliplatz war auch noch frei.

Auf halber Höhe im Kino, kein direkter Vordermann, das war doch mal was.
Die Sitznummern waren etwas eigenartig, Sitz 13 und Sitz 91, das w√ľrde aber stimmen.

Da hat sich ein Bauingenieur selbst √ľbertroffen. Hier wurde vermutlich nach neusten Vorgaben der EU zur Inklusion (Gleichstellung von Behinderten und nicht Behinderten) gebaut. Genial, eine eigene

Rollstuhlfahrer Wartezone im Kino.

Lobenswert, das Nottelefon an der Wand und der gro√üz√ľgige Stellplatz direkt neben einem Notausgang.

Man beachte die extra hochgezogene

 Antiknutschmauer,

die auch unerw√ľnschte Gespr√§che w√§hrend des Films mit der Begleitung rigoros unterbindet.

Einem romantischen Kinobesuch stand eigentlich nur eine Wand im Wege.

Der Film war spitze, da gab es sogar ein Rollstuhlfahrer.
Er spielte in einen Land, in dem traditionell gebratene, amputierte, Amphibien-Sprung-Gliedmaßen verspeist werden*.

Als ich wieder am Auto war, ärgerte ich mich ein bisschen, dass der Kleinbus immer noch auf dem zweiten Behindertenparkplatz stand.

Ich weiß, dass die Brandschutzvorschriften in einem Kino heftig sind, aber

DIE MAUER MUSS WEG!!!

Es ist mir immer noch ein wenig unklar, auf was ich in der Wartezone eigentlich warten sollte, da kam noch nicht einmal jemand mit Eiskonfekt.

*Frankreich, (Froschschenkel) ;-)

Nachtrag:

Habe heute am 11.06.12 den Kinobetreiber angeschrieben, siehe Kommentar!

Hier geht’s,…√§√§h..f√§hrt man zur
 

Rollituning Part XXXI

Montag, 4. Juni 2012

Startseite des Eigude Blog

Der Rolli f√§hrt nicht geradeaus…√ľberpr√ľfen der Lenkgabeln leicht gemacht!!!

Als ich 2008 nach der Entlassung aus dem Krankenhaus das selbe Rollstuhlmodell bekam, das ich auch im Krankenhaus fuhr musste ich feststellen, dass ich mit diesem Rolli erheblich schlechter vom Fleck kam.

Ich muss erwähnen, dass mich noch heute noch jeder 3 Jährige mit seinem Holzlaufrad (siehe älteren Beitrag), locker abhängt.

Ich habe mich die letzten Jahre intensiv mit der Optimierung meines Rollis besch√§ftigt und habe dabei festgestellt, dass die exakte Einstellung der Lenkgabeln der Vorderr√§der extrem wichtig ist. Die Achsen d√ľrfen auch nicht verbogen sein. Das spart sehr viel Kraft von der ich sowieso nicht viel habe.

Die Lenkgabeln sind verstellbar, damit man individuell die Größe der Vorderräder wählen kann.

Dies mach zwar Sinn, hat aber den negativen Effekt, dass sie auch ungewollt verstellen werden können. Das passiert z.B. wenn der Fahrdienst seine Haken der Gurte (Kraftknoten) an die Gabeln der Vorderräder, anstatt des Rollstuhlrahmen hängt.

Manchmal langt auch ein Bordstein, oder “qualifizierte” Mitarbeiter am Flughafen, die Gabeln zu verstellen.
Egal warum, mit schiefen Lenkgabeln fährt kein Rollli mehr geradeaus!!!

In jeder Bedienungsanleitung des jeweiligen Rollis ist nachzulesen, wie man die Lenkgabeln einstellt.
Schaut doch mal rein, √§u√üerst interessant…

Solche Einstellungen d√ľrfen aus versicherungstechnischen Gr√ľnden nur von Fachkr√§ften des Sanit√§tshaus ausgef√ľhrt werden.

Gucken darf man ja mal, nur mit den Augen schrauben…!!!

Ich habe eine Methode ausbaldowert, ich nenne sie Lucky Wheel,¬†womit jeder die Lenkgabeln mit einem ebenen Holzbrett und einem Anschlagwinkel, oder auch einem Geodreieck¬†noch aus Schulzeiten¬†kinderleicht √ľberpr√ľfen kann. Einen vermeindlich ebenen Boden, kann ich nicht empfehlen.

Man stellt den Rolli auf¬†das Holzbrett und dreht ein Vorderrad nach au√üen im 90¬į Winkel zum Rollstuhlrahmen.
Jetzt hält man einen Anschlagwinkel oder das Geodreieck, am Rad b.z.w. am Brett rechts und links an.

Sollte dann zwischen Rad und Winkel wie mein Ausbilder immer so nett sagte:

Da kommt ja mehr Licht durch, als durch die Fensterscheib…, ein Schlitz sein (siehe unten am Bild), ist die Lenkgabel verstellt, oder es ist etwas anderes defekt.

Im Notfall geht’s z. B. auch mit einem Pixibuch… ;-)

Den Schlitz zwischen Gabel und Winkel (Buch), könnte nun durch verdrehen der Lenkgabel, die bei meinem Rollimodell einen Exzenter hat geschlossen werden.

Solche Einstellarbeiten √ľberlassen wir selbstverst√§ndlich den geschulten Mitarbeitern des Sanit√§tshauses.

Wenn dies nach ein paar Tagen erledigt ist, dreht man zur Kontrolle au√üerdem das Rad wiederum 90¬į, diesmal zur Innenseite des Rollis und h√§lt seinen Winkel nochmals an.

Sollte dann aus unerkl√§rlichen Gr√ľnden trotz gewissenhafter Einstellung auf der Au√üenseite ein Schlitz zu sehen sein, ist m√∂glicherweise die Achse verbogen und muss ausgetauscht werden.

In diesem Fall, hat außerdem noch das Aluminium der Lenkgabel nachgegeben, so zwei große Unterlegsscheibe wirken da Wunder (siehe Bild oben).

Ich m√∂chte nochmals darauf hinweisen, dass ich auf diese √úberpr√ľfungsm√∂glichkeit der Lenkgabeln und allen damit zusammenh√§ngenden Folgen keinerlei Haftung √ľbernehme!!!

Bei R√ľckfragen Kontakt: rollinator@eigude.de

Hier geht’s,…√§√§h..f√§hrt man zur

Rolli-Exkursion Mallorca Part III

Sonntag, 3. Juni 2012

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Ich empfehle jedem Rollifahrer ca. 30 Minuten vor der Landung im Flieger nach der Stewardess zu klingeln, sofern man oben an den Klingelknopf kommt… und darauf hinzuweisen, dass man am Zielort Hilfe beim Verlassen der Maschine ben√∂tigt.

Au√üerdem bitte ich,¬†sicher ist sicher, dass mein Rollstuhl und Minitrac wie offiziell eigentlich markiert “Delivery at aircraft” (siehe √§lteren Beitrag), bitte beim Flugzeug bleibt und nicht als Gep√§ckst√ľck behandelt wird.

Wenn der Rolli im Flughafengebäude auf dem Sperrgepäckband liegt und du noch im Flieger sitzt, wird die ganze Sache etwas lästig.

Ich frage auch aus dem Grund, damit der Pilot auch irgendwann Feierabend hat, da er warten darf, bis auch ich die Maschine verlassen habe.

30 Minuten kann das schon einmal dauern, bis ein freundlicher Helfer kommt, der einen dann auch mal fragt, ob man der “Wheelchair” sei und laufen k√∂nne…alles schon erlebt!!!

W√§hrend dieser Warterei kann man sich die Zeit vertreiben, in dem man mit der Crew ein wenig scherzt, N√ľsschen schnorrt und den Reinigungskr√§ften bei der Arbeit zusieht.
Nicht vergessen, ein Crewmitglied die Gangway herunterschicken und nach dem Rolli schauen lassen, dass den keiner auf den Gepäckwagen wirft.

Nun gut…!!!

Wir waren auf Mallorca!!!

Das Verlassen des Flugzeuges hatte sich wie √ľblich etwas hingezogen. Mit Freude h√∂rte ich von einer Stewardess, das mein Rolli noch vor dem Flieger steht. Ufff…

Meinen Minitrac k√∂nne ich, wie “NICHT gew√ľnscht” im Gep√§ckbereich im Terminal in Empfang nehmen.

Eine Dame vom spanischen Behindertenservice am Flughafen

sin barreras

mit denen ich auf Teneriffa und Lanzarote bereits sehr gute Erfahrungen gemacht habe, begleitete mich zum Gepäckband.

Sie erinnerte mich ein wenig an das Klischee, √ľber die murrenden spanischen Kellner…!

Das Gepäck war schnell gefunden, es ist sowieso immer das letzte auf dem Band. Nach der 50. Runde wird die Sonnenmilch zur Butter ;-)
Die Lady wollte sich schon vom Acker machen, da fehlte aber noch was, wo war mein Minitrac!!!

Man war sich nicht ganz einig wo der Minitrac sein könnte.

Nach ca. 20 Minuten √∂ffnete sich “TOR 2″ ich hatte gewonnen, mein Trac war gefunden. Juhuu….

Schnell aus dem Flughafengebäude raus, der Fahrdienst zum Hotel wartete schon, und in Rekordzeit war ich im Hotel in Palma Nova im Zimmer!!!

Fortsetzung folgt